Samstag, 15. Mai 2010

Serge Lutens

Wer Serge Lutens ist, kann man über Allvater Google rauskriegen.
Fakt ist, Lutens kreiert sehr ungewöhnliche, wenn nicht sogar außergewöhnliche Parfüm. Das machte mich hellhörig, denn irgendwie fasziniert mich das Ungewöhnliche.

Wenn ich eine normale Parfümerie betrete, hab ich nach einer Weile den Eindruck, alle Parfüms riechen irgendwie egal, wie Parfüms eben.*gg*
Oder wie Parfüms, die jedermann trägt. Wobei ich nicht bestreiten will, daß es da auch hervorragende Düfte gibt.
Wahrscheinlich wird die Nase irgendwann überreizt vom Duftgeschwader, so daß man nicht mehr objektiv urteilen kann.

Aber ich möchte keine Düfte, die man überall zu kaufen bekommt. Ich möchte besondere Düfte.

Zum Glück kann man über Internet Parfümproben, vor allem von Nischendüften bestellen und sich erstmal einen Eindruck verschaffen, bevor man blind seine Dublonen los wird.

Kriterien eines Parfümkaufs sind für mich: meinem Duftgeschmack mehr als entsprechend und lange auf der Haut haltbar. Vor allem möchte ich nicht DAS Parfüm, nachdem die ganze Frauenwelt grad riecht.*gg*
Also das Moderne, was grade am Angesagtesten ist. Ich richte mich nicht nach der herrschenden Mode.

Nun hab ich einige Düfte von Serge Lutens getestet.

Louve-Zuerst muß ich sagen, beim Testen von Louve hatte ich Herzkammerflimmern. In meinem Kopf hämmerte es: 'haben muß, haben muß.
Zuerst Marzipan, dann kommt Kirsche zum Vorschein, die ja eigentlich gar nicht drin ist. Den Abschluß bildet die Moschussahne.
Marzipan wechselt sich mit Kirsche ab, immer gekrönt von Moschus. Vielleicht rieche ich eine Note von Rose, aber dann wurden die Rosen im Kirschbaum gezüchtet und sind irgendwie eine Mutation eingegangen. Auch der Jasmin hat wohl bei der Kirschrose-Verbindung eingeheiratet.

Trotzdem möchte ich Louve nicht als reinen Gourmand-Duft bezeichnet. Er ist außergewöhnlich, warm, weich, kuschlig, Trost bietend.

Clair de Musc-sehr schöner Moschus, klar und rein, länger anhaltend als bei reinen Moschusdüften üblich, der ist was für jeden Moschusliebhaber

Miel de Bois-merkwürdig, süß und bitter zugleich, starke Benzinnote (soll wohl die Wachsnote sein), die später sehr würzig und süßlich wird, man riecht lange Bienenwachs und Honig raus, nichts für mich, aber kein schlechter Duft

Sa Majesté la Rose-wohl einer der authentischsten Rosendüfte, heftig und sehr lange haltbar, leider mag ich keine Rose, aber für Rosenduftfreunde ein Muß.

Douce Amère-süß, aber mit balsamischer Note, die Anisnote bleibt zart und unaufdringlich, in der Basis wird der Duft sehr weich, schöner Duft mit animalischer Note in der Basis, kein alltägliches Parfüm

Datura-marzipanig, mit cremigen und blumigen Noten, sehr schön und ungewöhnlich

Nuit de Cellophane-So sanft und doch kraftvoll. So blumig zart und gleichzeitig so wild. Ich rieche die volle Weiblichkeit in diesem Duft.
Das mag auch daran liegen, daß Cellophane bei mir eine wunderbare moschusartig, warme Kuschelnote entwickelt. Einen Hauch dunklen, leicht gewürzten Honig bemerke ich in der Basis, zusammen mit einer Spur süßer Mandel.
Dieser Duft ist wandelbar und scheint sich mit jedem Schnuppern zu verändern. Aber immer bleibt er warm, blumig, unaufdringlich und doch präsent.

Zu den drei letzten Düften muß ich sagen, daß sie sich in der Basis ähneln, nur mit ein oder zwei riechbaren unterschiedlichen Noten. Alle drei werden bei mir warm, kuschlig, anheimelnd.
Einen von diesen Dreien soll meiner werden und es ist nicht leicht, den auszusuchen.
Aber es wird vermutlich Cellophane werden. Bei ihm fehlt die animalische Note von Amere, die nicht ganz so mein Fall ist und die würzige Süße von Datura.

Kommentare:

  1. deine duftbeschreibungen finde ich wirklich gut,chris,kann man sich schön vorstellen :)

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