Samstag, 4. April 2009

das Drama mit den Cremes

Ich wollte ja das Thema Cremes weiter ausführen und genau das mache ich heute.

Nachdem ich jahrelang diverse Cremes, Masken, Seren, Peelings und sonstige Mittel ausprobiert hatte, mußte ich feststellen...älter werde ich trotzdem.*gg*
Als Frau kann man das natürlich nicht auf sich sitzen lassen.*gg*

Also mußte was Neues her.

Nun muß ich aber auch sagen, ich fühle mich nicht wirklich unwohl in meiner Haut. Die paar Fältchen stören mich nicht sehr, aber man will ja den Anfängen wehren.

Mein Hauttyp ist ölige Mischhaut. Das heißt, es kommen gern mal ein paar Pickel, die aber hormonbedingt sind und gegen die man nicht wirklich was tun kann, es sei denn, man nimmt wieder die Pille oder greift zu harten Mitteln, was ich aber nicht möchte.
Was mich eher störte war, dass meine Haut nach kurzer Zeit zu glänzen anfing, so das Verwechslungen mit einer hübsch geräucherten Speckschwarte möglich waren.
Ich schreibe in der Vergangenheitsform, mit Absicht.

Im Forum stieß ich auf einen Thread, wie man Öl-Gel selber machen kann.
Bisher hielt ich vom Selbstrühren nicht allzuviel, denn das war mir viel zu aufwändig und kompliziert.
Doch Ölgele waren einfach herzustellen und einige der Zutaten hatte ich im Haus.
Also probierte ich rum und war bald begeistert. Die Auswirkungen auf der Haut waren bald sicht-und spürbar.
Nun wollte ich das Selbstrühren von Cremes und Ähnlichem ausweiten und bestellte mir in speziellen Shops verschiedene Zutaten.

War Ölgel noch leicht und einfach herzustellen, so sind Cremes doch etwas schwieriger. Immerhin muß da eine Fett-und Wasserphase stabil gemacht werden. Das macht man mit Emulgatoren, von denen es recht viele gibt.
Viele Frauen kommen mit bestimmten Emulgatoren nicht so klar und man muß probieren, welcher einem gefällt und welcher sich für die Haut eignet.

Ich hatte mit den klassischen Emu's wie Tegomuls, Emulsan und Lamècreme angefangen. Später dann Glycerinstearat, Cetylalkohol und Xiliance. Obwohl ich ganz zufrieden war, war es für mich noch nicht das Optimum. Einige Emu's lagen zu sehr auf der Haut und vermittelten ein wachsiges Gefühl, andere zogen zu schnell ein und sorgten für ein Trockenheitsgefühl.
Gegen Wachse wie Bienenwachs oder Sonnenblumenwachs hatte ich bald eine Abneigung.

Lediglich Wollwachsalkohol benutze ich weiterhin gern, ansonsten hab ich nun Emu's so gut wie verbannt. Es geht nämlich auch anders.
Und zwar mit Lysolecithin, Lipodermin und Buttern, die auch als Konsistenzgeber gelten.
Damit die Creme nicht zu dünn wird, gibt man Gelbildner hinein. Das kann Xanthan, Guarkernmehl oder Alginat sein.

Seit ich meine selbstgemachten Cremes benutze, hat sich meine Haut deutlich verbessert. Unterlagerungen sind verschwunden, die Pickel wurden weniger, die Haut wirkt reiner, klarer und erholt.
Und vor allem, sie glänzt nicht mehr nach kurzer Zeit. Dabei wirkt sie nicht trocken, sondern entspannt und feucht.

Außerdem hab ich noch eine wichtige Erfahrung gemacht.
Um ölige Haut und damit auch Pickel zu bekämpfen ist es nicht nötig, der Kosmetikindustrie ein Ohr zu leihen, die uns da was Antipickelzeug, Mattieren und Aknebekämpfung erzählen. Solche Produkte schlagen nämlich gern ins Gegenteil um und machen genau das, was sie verhindern sollen. Nämlich Pickel, ausgetrocknete und schuppende Haut. Und irgendwann ist die schönste Neurodermitis da.

Meine Theorie dazu:
Bei austrocknenden Akneprodukte versucht die Haut, sich selbst zu schützen, in dem sie mehr Fett produziert. Die Folge ist ölige und glänzende Haut. Auf Dauer wird die Hautbarriere, die ja ein Schutz darstellt, gestört. Das passiert auch, wenn der Fett-und Feuchtigkeitsgehalt einer Creme nicht auf die Haut abgstimmt ist.

Mit meinen selbstgerührten Cremes kann ich den Fett-und Feuchtigkeitsgehalt selbst nach Bedarf festlegen. Man spürt schnell, was und wieviel man braucht.
Ich bevorzuge für mich etwa 30-40%Fettphase und 60-70&Wasserphase.

Wichtig sind natürlich auch die Inhaltsstoffe einer selbstgemachten Creme.
Besonders mit Ölen und Buttern kann man gut experimentieren, bis man die richtige Mischung für sich gefunden hat.
Ebenso verfährt man mit Feuchtigkeitshaltern-und bewahrern und Pflanzenextrakten.
Es gibt hunderte Möglichkeiten, die passenden Inhaltsstoffe zusammen zu setzen.
Der Vorteil ist, daß man Stoffe, von denen man weiß, daß sie nicht vertragen werden, weglassen oder durch andere ersetzen kann.

Natürlich gehören "böse" Stoffe wie Erdöl und dessen Derivate, sowie Silikon nicht in meine Creme.*lol* Es gibt genügen nette Alternativen.

Wirkliche Rezepte habe ich allerdings nicht, ebenso arbeite ich nicht nach Rezepten, die bereits vorgegeben sind.
Im Laufe der letzten beiden Jahre hab ich mir einige Konzepte und Mischungen zurechtgelegt, nach denen ich meine Cremes mit Abwandlungen rühren.

Wichtige Inhaltsstoffe meiner Cremes:
Öle und Buttern:

Rapsöl, Distelöl, Traubenkernöl, Cupuacu, Avocadin, Macademiaöl, Mandelbutter, Arganöl, Squalan, Lanolin

(in Abwandlungen) Walnußöl, Jojoba, Granatapfelöl, Himbeernußöl, Johannisbeersamenöl, Holunderkernöl, Shoreabutter, Avocadoöl, Algenöl, Cameliaöl, Rosenöl, Sheabutter, Shoreabutter,
Weihrauchöl, Patschouli)


für Feuchtigkeit:

Hyaluronsäure, Urea, Panthenol, Glyzerin, Aloevera, Honig

Extrakte:

Jasmin, Myrrthe, Meristem, Grüner Tee, Gingko, Schachtelhalm, Yamswurzel, Süßholz, Malve

Zusätzlich Stoffe:

Alpha-Liponsäure, Kieselsäure, Allantoin, Niacin, Lipodermin, Lysolecithin, Veilchenpulver

Diese Stoffe sind so oder in Abwandlungen in meinen Cremes.
Ich stelle die Cremes so her, daß sie höchstens in 4 Wochen aufgebraucht sind. Mit Paraben K konserviere ich leicht.
Ich bedufte meine Cremes im allgemeinen nicht, allerdings gibt ihr das Weihrauchöl und Patschouli oft einen nicht so angenehmen Duft.*lol*
Mich stört das nicht, solange ich irgendeine Wirkung sehe oder spüre.

Meine Cremes sind wunderbar als Unterlage für das Makeup, bei mir speziell MF geeignet.





So oder ähnlich sehen meine Cremes immer aus. Durch das Lecithin und manche Öle werden sie leicht gelblich.

Selbst rühren macht Spaß und es ist immer irgendwie spannend, was denn nun daraus wird.*lol*
Flops kamen natürlich auch mal vor (zu dünn, zu krümelig), aber die muß man nicht gleich wegwerfen, sondern nimmt solche Cremes für Hände und Füße.



Kommentare:

  1. Toll hast du darüber geschrieben, auch informativ. Meine Cremes wurden leider nie su schön in der Konsistenz wie deine. Zwar waren wie von der Wirkung her TOP ( für meine Haut zumindest ) aber aussehen der Creme und Konsistenz waren meistens FLOP! Allein schon aus dem Grund verwende ich schon länger die Rohstoffe lieber ROH *lol* oder ich kaue einfach eine Creme der Abwechslung wegen ;-)

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  2. nicht WIE sondern SIE und nicht KAUE sondern KAUFE *schimpf*

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  3. Ich hab grad überlegt, wie man eine Creme kauen kann.*lol*
    Naja, wenn sie Kaugummi-Konsistenz hat...*gg*
    Kosmetik von innen soll ja auch helfen.

    Es freut mich, daß dir mein beitrag gefallen hat.

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  4. Hallo Chrisantiss, ich frage mich, ob Du das genaue Rezept für Dein Ölgel verraten würdest? Ich habe selbst eine extreme Mischhaut. Die trockene Wangenpartie habe ich inzwischen einigermassen im Griff, aber meine Nase glänzt nach wie vor schon kurze Zeit nach dem Schminken und lässt jegliche MF verschwimmen. Und Deine Erfahrung klingt so vielversprechend. Könntest Du mir bitte, bitte das Rezept verraten?
    Ich verfolge Deinen Blog täglich und finde ihn toll, bin vor allem von Deinen Farbkombis hin und weg. Aber ich finde auch die anderen Tipps (z.B. zu Cremes und Pinseln) und die Katzengeschichten wunderbar, freue mich jedes Mal, wenn auch so was drankommt.

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  5. Danke Anonym. Ich denke, du bist diejenige, die mich per PN wegen Ölgel kontaktiert hast. Dazu hab ich dir ja was geschrieben.

    Hier nochmal kurz:
    Ölgele benutze ich so gut wie gar nicht mehr, nur noch meine Cremes.

    Wichtig noch bei Ölgelen, vor Verwendung schütteln, damit sich die Inhaltsstoffe verbinden, weil sich ja meist Öl-und Wasserphase trennen, wenn das Ölgel steht. Aber mit etwas Lecithin bekommt man ein Ölgel stabiler.

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