Sonntag, 8. Februar 2009

die Schuhverkäuferin

Nein, das bin nicht ich, aber so geht es mir des öfteren.*gg*
Ich bin nämlich Schuhverkäuferin.
Dazu komme ich gleich.

In meiner unendlichen Weisheit hab ich es endlich geschafft, die Labels vernünftig zu erstellen. Ich wußte lange nicht, wie ich die in die Leiste kriege. Nun kann man endlich das anklicken, was man wirklich will.*lol*

Also nun zu meinem Job!

Schuhe....
Kennt ihr den Witz...?

"Eine Frau geht an einem Schuhladen vorbei...!"

Ok, manche gehen vorbei (das sind keine echten Frauen), aber viele kommen rein.

So sieht eins unserer Schaufenster aus. Nicht daß ihr denkt, diese Schuhe sind jetzt Mode. Dann wären wir ja antik. Das war vor ungefähr 2 oder 3 Jahren Mode.
Auch Kater Knolle liebte das Fenster und beobachtete gerne die seltsamen Wesen, die sich da die Nase platt drücken.

Schuhverkäuferin war nie mein Traumjob und ist auch nicht mein eigentlicher Beruf. Ich bin da eher reingerutscht und muß es wohl bis ans Lebensende bleiben.
Der Laden gehört meiner Schwiegermutter. Seit sie selber aus gesundheitlichen Gründen dort nicht mehr arbeiten kann, mußte ich einspringen, weil es ja letztendlich ein Familienbetrieb ist.

So sitze oder stehe ich nun im Laden.
Wir haben auch noch eine sehr gute Verkäuferin, die schon von anfang an bei uns ist.
Sie arbeitet vormittags und ich nachmittags.

Und oft ist es ein Graus.
Oh, ich bin eine wirklich freundliche und inzwischen auch versierte Schuhverkäuferin. Ich hab Ahnung, jawoll.
Weniger Ahnung haben die lieben Kunden, auch wenn die das Gegenteil denken.

Aber wer ist schon die Verkäuferin, welche Kunden von einer nun mal vorgefaßten Meinung abbringen kann.
Denn der Kunde weiß natürlich alles. Er ist der Größte, er ist nicht König, er ist Gott.
Und er hätte am liebsten die gute alte Zeit wieder, wo der Verkäufer noch buckelnd, schmeichelnd und dienernd auf dem Boden rutscht.

Diese Zeiten sind zum Glück vorbei. Heute sind wir gleichberechtigte Handelspartner.

Apropo handeln...seit das Rabattgesetz gefallen ist, wünschen unsere Kunden orientalische Basarzustände, klaro doch.
Der Kunde macht den Preis und hätte am liebsten gar keinen Preis. Man wünscht sich kommunistische Zustände, wo sich jeder einfach bedienen kann.
Was denn, der Händler will auch leben? Ja, aber doch nicht von uns!

Dummerweise hat die Ware nun mal einen Preis, was für den Kunden natürlich nicht nachvollziehbar ist.

Es sitzt immer noch in den Köpfen fest, der Händler will höchstmögliche Profite und der Kunde so wenig wie möglich zahlen. Geiz ist schließlich geil.

Wenn man sich so mal kleine Einzelhandelsgeschäfte ansieht, wird man feststellen, die sind ja gar nicht reich. Die kämpfen ums Überleben und täglich hört oder liest man von Pleiten der kleinen Mittelstandsbetriebe.

Denn... ein normaler kleiner Händler macht heutzutage keinen Profit mehr. Er erwirtschaftet nur so viel, dass es grade zum Leben reicht. Profit machen die anderen, die Großen, welche aufgrund ihrer Größe Subventionen und Mengenrabatte abfassen, von denen ein kleiner Händler nur träumen kann.

Wir kriegen nichts geschenkt.
Aber die Kunden wollen Geschenke. Denn der stinkreiche kleine Händler kann ruhig was von seinem Reichtum abgeben.
Dieses Denken ist tatsächlich noch oft vorhanden, wenngleich viele Leute inzwischen das Dilemma sehen und begreifen.

Und natürlich will ich nicht alle Kunden über einen Kamm scheren. Ich hoffe auch, die Ironie liest man raus.
Es gibt solche und solche Kunden und manchmal macht die Arbeit sogar Spaß.

Ich werde von Zeit zu Zeit über meine Arbeit als Schuhverkäuferin und über die Kunden berichten.
Allerdings kommen die Kunden dabei nicht so gut weg, aber irgendwie muß ich mir den Frust auch mal von der Seele schreiben.

Kommentare:

  1. Jaja, ich habe auch jeden Tag mit "König Kunde" zu kämpfen und stimme Dir vollkommen zu :-)

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  2. Geox Schuhe sind die besten, die ich in meinem ganzen Leben je getragen habe! Robust, luftig, bequem. PERFEKT!

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